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schusterstr.

Dort, wo sich die Schusterstraße auf den letzten Metern durch die Mainzer Fußgängerzone auf den Dom zuwindet, also genau dort, wo sie schön werden könnte, schreit ein Sammelsurium an Produkten in grellen Farben nach Aufmerksamkeit. Schals, Plastikblumen, Flip-Flops. „Wir helfen sparen“ verspricht ein übergroßes Plakat, „I just called to say I love you“ schnulzt Stevie Wonder dazu.

Es riecht scharf und billig nach Plastik. Die Ursache – ein Drehständer mit Crocs, auf denen lustlos Farbe verteilt wurde. Wie ausgelaufene Eier schmieren giftgrüne Schlieren und Kleckse von vergammeltem Orange über die Plastikschuhe. Sie sind unangenehm kühl und weich, wie verschrumpelte Äpfel. Eine Frau mit ausgewaschenen roten Strähnen im blonden Haar dreht lustlos an dem Ständer. „Nur die falschen Größen“, blafft sie und geht weiter. Weiter Richtung Dom, der irritierend nah über der Armee an Drehständern auftaucht. In seiner Größe wirkt er unwirklich, fast kulissenhaft...

Dort, wo sich die Schusterstraße auf den letzten Metern durch die Mainzer Fußgängerzone auf den Dom zuwindet, also genau dort, wo sie schön werden könnte, schreit ein Sammelsurium an Produkten in grellen Farben nach Aufmerksamkeit. Schals, Plastikblumen, Flip-Flops. „Wir helfen sparen“ verspricht ein übergroßes Plakat, „I just called to say I love you“ schnulzt Stevie Wonder dazu.

Es riecht scharf und billig nach Plastik. Die Ursache – ein Drehständer mit Crocs, auf denen lustlos Farbe verteilt wurde. Wie ausgelaufene Eier schmieren giftgrüne Schlieren und Kleckse von vergammeltem Orange über die Plastikschuhe. Sie sind unangenehm kühl und weich, wie verschrumpelte Äpfel. Eine Frau mit ausgewaschenen roten Strähnen im blonden Haar dreht lustlos an dem Ständer. „Nur die falschen Größen“, blafft sie und geht weiter. Weiter Richtung Dom, der irritierend nah über der Armee an Drehständern auftaucht. In seiner Größe wirkt er unwirklich, fast kulissenhaft...

Der Mainzer Dom – mitten in der Stadt, mitten im Leben und doch eine Welt für sich. Ein Spaziergang durch die Schusterstraße.

Dort, wo sich die Schusterstraße auf den letzten Metern durch die Mainzer Fußgängerzone auf den Dom zuwindet, also genau dort, wo sie schön werden könnte, schreit ein Sammelsurium an Produkten in grellen Farben nach Aufmerksamkeit. Schals, Plastikblumen, Flip-Flops. „Wir helfen sparen“ verspricht ein übergroßes Plakat, „I just called to say I love you“ schnulzt Stevie Wonder dazu.

Es riecht scharf und billig nach Plastik. Die Ursache – ein Drehständer mit Crocs, auf denen lustlos Farbe verteilt wurde. Wie ausgelaufene Eier schmieren giftgrüne Schlieren und Kleckse von vergammeltem Orange über die Plastikschuhe. Sie sind unangenehm kühl und weich, wie verschrumpelte Äpfel. Eine Frau mit ausgewaschenen roten Strähnen im blonden Haar dreht lustlos an dem Ständer. „Nur die falschen Größen“, blafft sie und geht weiter. Weiter Richtung Dom, der irritierend nah über der Armee an Drehständern auftaucht. In seiner Größe wirkt er unwirklich, fast kulissenhaft...

Der Mainzer Dom – mitten in der Stadt, mitten im Leben und doch eine Welt für sich. Ein Spaziergang durch die Schusterstraße.

Weltenwandel

Tags : Journalistisches Seminar

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schusterstr

...Mit jedem Schritt wird die Gasse dunkler und kühler. Die Häuser sind zu hoch für die Strahlen der Frühlingssonne. Die Geschäfte versuchen angestrengt Passanten auf sich aufmerksam zu machen. Vor einer Parfümerie steht eine Duftwolke, schwer und viel zu süß, um zum Bleiben zu bewegen. Gegenüber wummern Bässe. Erfolglos. Die meisten Passanten eilen weiter. Ein Mann bleibt stehen und fragt in betont langsamem Englisch nach dem Weg in die Altstadt. Die angesprochene Frau deutet hoch zum Dom und winkt mit der Hand. Dahinter. Der Mann nickt, sein Blick bleibt am Westturm hängen...

...Mit jedem Schritt wird die Gasse dunkler und kühler. Die Häuser sind zu hoch für die Strahlen der Frühlingssonne. Die Geschäfte versuchen angestrengt Passanten auf sich aufmerksam zu machen. Vor einer Parfümerie steht eine Duftwolke, schwer und viel zu süß, um zum Bleiben zu bewegen. Gegenüber wummern Bässe. Erfolglos. Die meisten Passanten eilen weiter. Ein Mann bleibt stehen und fragt in betont langsamem Englisch nach dem Weg in die Altstadt. Die angesprochene Frau deutet hoch zum Dom und winkt mit der Hand. Dahinter. Der Mann nickt, sein Blick bleibt am Westturm hängen...

...Die Schusterstraße knickt leicht nach links, der Westturm verschwindet hinter einem leerstehenden Gebäude, das in der Gasse klafft. Am Ende der Straße - der Dom. Wie eine Wand füllt er nun die Lücke zwischen den Häuserreihen, als würde er die Enge der Gasse jeden Moment sprengen. Ein letztes Werbeplakat preist den Mittagstisch für 5,90 Euro, dann ergießt sich die Schusterstraße auf den Marktplatz, in die Sonne...

...Mit jedem Schritt wird die Gasse dunkler und kühler. Die Häuser sind zu hoch für die Strahlen der Frühlingssonne. Die Geschäfte versuchen angestrengt Passanten auf sich aufmerksam zu machen. Vor einer Parfümerie steht eine Duftwolke, schwer und viel zu süß, um zum Bleiben zu bewegen. Gegenüber wummern Bässe. Erfolglos. Die meisten Passanten eilen weiter. Ein Mann bleibt stehen und fragt in betont langsamem Englisch nach dem Weg in die Altstadt. Die angesprochene Frau deutet hoch zum Dom und winkt mit der Hand. Dahinter. Der Mann nickt, sein Blick bleibt am Westturm hängen...

...Die Schusterstraße knickt leicht nach links, der Westturm verschwindet hinter einem leerstehenden Gebäude, das in der Gasse klafft. Am Ende der Straße - der Dom. Wie eine Wand füllt er nun die Lücke zwischen den Häuserreihen, als würde er die Enge der Gasse jeden Moment sprengen. Ein letztes Werbeplakat preist den Mittagstisch für 5,90 Euro, dann ergießt sich die Schusterstraße auf den Marktplatz, in die Sonne...

so klingt die Schusterstraße

Tags : Mainz Stadtansichten

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Mainzer Stadtansichten

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mainz ist...

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mainz ist...

bekannt für wenige quadratkilometer in sandstein

berühmt für die altstadt und kopfsteinpflaster, für den weihnachtsmarkt, der touristen aus aller welt anlockt und den dom, der das stadtbild dominiert

jedoch mehr als die strecke des gutenberg-express

zu einem großen teil schwarz/weiß

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bekannt für wenige quadratkilometer in sandstein

berühmt für die altstadt und kopfsteinpflaster, für den weihnachtsmarkt, der touristen aus aller welt anlockt und den dom, der das stadtbild dominiert

jedoch mehr als die strecke des gutenberg-express

zu einem großen teil schwarz/weiß

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bekannt für wenige quadratkilometer in sandstein

berühmt für die altstadt und kopfsteinpflaster, für den weihnachtsmarkt, der touristen aus aller welt anlockt und den dom, der das stadtbild dominiert

jedoch mehr als die strecke des gutenberg-express

zu einem großen teil schwarz/weiß

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berühmt für die altstadt und kopfsteinpflaster, für den weihnachtsmarkt, der touristen aus aller welt anlockt und den dom, der das stadtbild dominiert

jedoch mehr als die strecke des gutenberg-express

zu einem großen teil schwarz/weiß

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bekannt für wenige quadratkilometer in sandstein

berühmt für die altstadt und kopfsteinpflaster, für den weihnachtsmarkt, der touristen aus aller welt anlockt und den dom, der das stadtbild dominiert

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Tags : Mainz Stadtansichten Journalismus Mainz

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Schusterstr.

Rechts rauscht das Wasser eines Brunnens, links schrillt Baustellenlärm. Dazwischen drängen sich Gesprächsfetzen, die aus den umliegenden Cafés auf den Marktplatz getragen werden. Ein lauter, lebendiger Platz. Der Dom hat mittlerweile das komplette Sichtfeld eingenommen. Der Eingang liegt zwischen zwei einge-schossigen Gebäuden. Mit jedem Schritt schirmen die Gebäude die Geräusche vom Marktplatz weiter ab. Scheuklappen gegen den Lärm der Außenwelt...

Rechts rauscht das Wasser eines Brunnens, links schrillt Baustellenlärm. Dazwischen drängen sich Gesprächsfetzen, die aus den umliegenden Cafés auf den Marktplatz getragen werden. Ein lauter, lebendiger Platz. Der Dom hat mittlerweile das komplette Sichtfeld eingenommen. Der Eingang liegt zwischen zwei einge-schossigen Gebäuden. Mit jedem Schritt schirmen die Gebäude die Geräusche vom Marktplatz weiter ab. Scheuklappen gegen den Lärm der Außenwelt...

...Noch haben die Renovierungsarbeiten am Dom das Marktportal mit seinen massiven Bronzetüren nicht erreicht. Während ein Großteil des Doms wieder eine frische altrosa Farbe hat, ist der Sandstein um das Portal von einer Patina überzogen, die jede Farbe schluckt. Der Sandstein hier ist schmierig, fast glatt. Vom Marktplatz kommen schwatzend und kichernd vier junge Mädchen auf das Portal zu. Sie werden langsamer und treten dann nach links in den Dom, plötzlich flüsternd.

Rechts rauscht das Wasser eines Brunnens, links schrillt Baustellenlärm. Dazwischen drängen sich Gesprächsfetzen, die aus den umliegenden Cafés auf den Marktplatz getragen werden. Ein lauter, lebendiger Platz. Der Dom hat mittlerweile das komplette Sichtfeld eingenommen. Der Eingang liegt zwischen zwei einge-schossigen Gebäuden. Mit jedem Schritt schirmen die Gebäude die Geräusche vom Marktplatz weiter ab. Scheuklappen gegen den Lärm der Außenwelt...

...Noch haben die Renovierungsarbeiten am Dom das Marktportal mit seinen massiven Bronzetüren nicht erreicht. Während ein Großteil des Doms wieder eine frische altrosa Farbe hat, ist der Sandstein um das Portal von einer Patina überzogen, die jede Farbe schluckt. Der Sandstein hier ist schmierig, fast glatt. Vom Marktplatz kommen schwatzend und kichernd vier junge Mädchen auf das Portal zu. Sie werden langsamer und treten dann nach links in den Dom, plötzlich flüsternd.

Impressionen aus der Mainzer Altstadt

Tags : Schusterstr. Stadtansichten Mainz

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